… ein kompliziertes Kind nach deutschem Standard…

 sandra Sandra, 27, Mediengestalterin für Digital und Print

Woher kommst du?

Ich bin in Deutschland geboren. Mein Vater ist Italiener, er kam mit einem Freund nach Deutschland, offiziell im Urlaub, aber danach fand er eine Arbeit und lernte meine Mutter kennen. Darum bin ich hier. Er arbeitete viele Jahre als Maschinenführer für Lampenfassungen und heute ist er Rentner.

Welche sind deine ersten Bilder von Deutschland?

Wir hatten einen riesigen Garten, mit einer Hängematte und Papa hatte auch einen Schwimmpool gebaut. Ich spielte oft allein und war zufrieden. Nur mit den anderen Kindern  im Kindergarten verstand ich mich nicht so gut: ich stritt mit ihnen, klaute ihre Spielzeuge und Meinung meiner Kindergärtnerin war ich furchtbar. So wurde ich aus dem Kindergarten rausgenommen. Nach dem ersten Schuljahr in der Grundschule, hat meine damalige Klassenlehrerin vorgeschlagen,  dass ich besser erstmal in den Vorschulkindergarten gehen sollte, weil ich noch nicht so gut im Unterricht mitkam wie die anderen Schüler und unaufmerksam war. Ich konnte aber gut Deutsch sprechen ;). Meine Mutter war nicht damit einverstanden und lehnte das ab. Ich war nur ein kompliziertes Kind nach deutschem Standard, ich glaube, dass ich in Italien ganz anders behandelt worden wäre.

War die Situation besser in der Schule?

Überhaupt nicht! Sie war S****e. Ich war sehr schlecht in Mathe und einmal bei einer Aufgabe habe ich falsch geantwortet und wurde ausgelacht. Das war eine kalte Dusche und im Wesentlichen war das Dummheit und Rassismus. Meine Klassenlehrerin meinte, ich sei leicht ablenkbar und langsam. Ein weiteres Problem war es, dass ich Linkshänderin war! Nicht erwünscht! Ich war in der 1. Klasse sitzen geblieben und meine Mutter war nicht mit der ersten Lehrerin zufrieden: „Du hast nichts bei ihr gelernt!“ sagte sie mir. Glücklicherweise freundete ich mich danach mit einem Mädchen aus Stuttgart an und hatte auch Spaß.

Und nach der Grundschule hast du das Abitur gemacht?

Nee, meine Noten waren zu schlecht für die Realschule oder Gymnasium. Ich musste zur Gesamtschule und leider ohne meine Freunde. 2008 habe ich dann meinen Abschluss mit Fachoberschulreife gemacht.

Und dann hast gearbeitet oder studiert?

Ich war ein halbes Jahr arbeitslos, dann habe ich in einem Tattoo-Studio gearbeitet und dort eine Ausbildung gemacht, aber in Deutschland ist das nicht anerkannt. Meine Eltern waren nicht damit zufrieden und so habe ich mich deren Wünschen gefügt und habe angefangen, bei Tedi zu arbeiten, zuerst als Minijob und dann vier Jahre Teilzeit. Gleichzeitig war ich auf der Suche nach einer Ausbildung, egal was. Die Situation mit meinen Eltern war zu stressig. Ich war verzweifelt und traurig. Für drei Monate war ich in Berlin bei meinem Freund, aber das war die Hölle. Ich hatte Heimweh, ein Kulturschock, weil die Stadt riesig war und die Beziehung war nicht gut. Eines Tages habe ich mich entschieden: „Ich fahre zurück nach Köln!“.

Was hast du in Köln gemacht?

Das war Mai/Juni 2012, ich wohnte bei meiner Schwester und habe meinen Job bei Tedi gekündigt. Ich machte ein dreimonatiges Praktikum von bei einer Kunstgalerie und so bin ich offiziell „Gallerie-Assistentin“ geworden, ohne etwas besonders zu machen. So ist Deutschland. Ich habe auch bei der Bäckerei Schmitz & Nittenwilm in der Zentrale gearbeitet und Backbleche geschrubbt. Endlich im Jahr 2013 habe ich gefunden, was ich suchte: eine Ausbildung zur Mediengestalterin!

Was ist heute Köln für dich?

Köln ist für mich heute ein Auffangnetz. Zukunft und Perspektive. Ich habe dort in kurzer Zeit beruflich einiges erlebt. Hier gibt es viele (berufliche) Möglichkeiten. Köln gefällt mir gut und ist trotz einer Großstadt übersichtlich – und freundlicher/offener. Aber nach den paar Jahren die ich in Köln gewohnt habe, ist es mir zu schnelllebig geworden. Deswegen hat es mich wieder zurück aufs Land verschlagen. Es ist ein schöner Kontrast. In Köln arbeitet man, hat das Stadtleben usw. und wenn man nach Hause kommt hat man Ruhe, einen Garten und man kann durchatmen. Köln war eine Weile mein Zuhause, aber ich bin dort nie wirklich „angekommen“.

Was bedeutet Italien für dich?

Italien bedeutet für mich Urlaub, Familie, Kindheit. Eine andere Welt. Mitten in der Natur, wo das Leben am Abend anfängt und wo man frei zu machen ist, was man will. Zum Beispiel als Kind mit dem Mofa ohne Helm zu fahren. Natürlich nur auf dem Land, nicht in der Stadt!

Fühlst du dich als Italienerin oder Deutsche?

Gute Frage! Ähm…in Deutschland fühle ich mich als Italienerin und in Italien fühle ich mich als Deutsche. Ich kann kein Italienisch, nur ein bisschen Dialekt und ich sehe deutsch aus. Trotzdem wenn jemand merkt, dass mein Vater Italiener ist, dann fängt man mit den Klischees an: „Lange Siesta! Temperamentvoll! Romantisch! Partys!“ aber keines von diese Dingen stimmt zu mir. Bei Wettbewerben bin ich total für Italien: wenn Italien raus ist, gucke ich keine Spiele mehr.

Pläne für die Zukunft?

Ich plane nicht lange voraus, weil es immer anders kommt im Leben. Ich wollte meine Ausbildung erstmal bestehen und mir meinen Arbeitsplatz sichern – das habe ich dieses Jahr geschafft! Irgendwann möchte ich sicherlich ein Haus kaufen. Der nächste Plan ist erstmal ein Auto zu kaufen 😉 Und was dann passiert, weiß ich nicht.

 

sandra Sandra, 27 anni, Grafica

Da dove vieni?

Sono nata in Germania. Mio padre venne in Germania in vacanza, questa la versione ufficiale, poi trovó lavoro conobbe mia madre e cosi si spiega che ci faccio qua :). Mio padre adesso dopo 40 anni di lavoro in una fabbrica è pensionato

Quali sono i tuoi primi ricordi della Germani?

Un grande giardino con l’amaca e la piscina costruita da papá. Giocavo spesso da sola ed ero felice. Mentre con gli altri bambini all’asilo litigavo sempre, „rubavo“ i loro giochi e questo faceva di me una bambina terribile, almeno secondo le maestre. E cosi mi tolsero dall’asilo. Dopo il primo anno di scuola, la maestra propose di farmi fare un anno di „preparazione aggiuntivo“, perché ero disattenta e non recepivo come gli altri bambini peró parlavo bene tedesco;). Mia madre rifiutó la proposta. Ero  una bambina “difficile” almeno secondo gli standard tedeschi. Credo che in Italia sarei stata una bambina normale.

E a scuola andó meglio?

Assolutamente! Un periodo di mxxxa. Una volta sbagliai a dare una risposta e tutta la classe rise di me. Fú una doccia fredda. Un insieme di stupiditá e razzismo. Anche questa insegnante era convinta che io fossi disattenta e lenta di comprendonio. Un ulteriore “grave” problema, sono mancina Nicht erwünscht! Dovetti ripetere l’anno, per fortuna mia madre mi rincuorava dicendomi che da quella maestra non si poteva apprendere nulla. Unica nota postiva, dopo poco feci amicizia con una bambina, la cui famiglia si era appena trasferita da Stoccarda.

Hai fatto il liceo?

No i miei voti non me lo permettevano, dovetti iscrivermi alla Gesamtschule. Nel 2008 ho finito il mio percorso scolastico .

Dopo che hai fatto lavoro o altro?

Mezzo anno disoccupata poi ho lavorato in un centro tatuaggi, ma ai miei genitori non piaceva cosi per non sentirli piú mi sono trovata un altro lavoro. Da Tedi prima con un contratto minijob poi part time. Per quattro anni. Contestualmente cercavo un Ausbildung, non mi importava per cosa. A casa diventava sempre piú stressante. Ero triste e confusa decisi di andare a Berlino dal mio ragazzo. Dopo tre mesi non ne potevo piú. Nostalgia, Berlino era troppo dispersiva con il mio ragazzo non andava bene come mi aspettavo e cosi un giorno mi dissi „Ich fahre zurück nach Köln!“.

E cosi anche tu a Colonia, che hai fatto?

Era tra maggio e il giugno del 2012. Abitavo da mia sorella, mi licenziai da Tedi e feci un praticantato presso una galleria d‘arte. Con tanto di attestato ufficiale, sono assistente gallerista, per non aver fatto nulla, Germania! Ho pulito teglie per infornare per Schmitz & Nittenwilm. E finalmente nel 2013 ho trovato quello che mi sarebbe piaciuto un Ausbildung per diventare grafica!

Cosa é Colonia per te?

Colonia é il mio mondo dove ho le mie relazioni, il futuro. Mi piace é una grande cittá ma rimane vivibile. Anche se per me dopo qualche hanno é diventata troppo frenetica per viverci. Ci lavoro ma per vivere mi sono trasferita fuori cittá. Per un pó é stata casa mia ma in realtá non é mai diventata zu hause

Cosa é l‘Italia?

Vacanza, famiglia, infanzia. Un altro mondo. Natura pura, dove la vita inizia la sera dove si é liberi di fare quel che si vuole, come andare in moto senza casco. Ma solo in campagna !

Come ti definisci Italienerin o Deutsche?

Bella domanda! Ehm…in Germania mi sento Italiana in Italia Tedesca. Ma sono madrelingua tedesca conosco pochissime parole del dialetto d’origine di mio padre, fisicamente sono “tedesca”. Ma appena qualcuno scopre che mio padre é Italiano parte la tiritera „Lange Siesta! Temperamentvoll! Romantisch! Partys!“ ma nessuna di queste cose mi rappresenta J. Peró nelle competizioni sono sempre pro Italia :).

Progetti per il futuro?

Non faccio mai piani finisco il mio Ausbildung e continuare a lavorare. Mi piacerebbe comprare una casa ed una automobile, Und was dann passiert, weiß ich nicht.

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