Ramona e Tania, gemelle monozigoti “Ich bin Deutsche… ich Italienerin”

 ramona_tanjacopertina Ramona und Tania, 37 Jahre alt, Praxismanagerin und Finanzdienstleistende

Woher kommt ihr?                                                                                                                                                 

R und T: Wir sind in Wipperfürth geboren, Bergisches Land, NRW und in Kierspe aufgewachsen.  Unser Vater ist Italiener, der in den 70ern auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland emigriert war. Er war Teil der Migrationswelle. Er hat 40 Jahre lang in einem Unternehmen der Lampenproduktion gearbeitet. Unsere Mutter ist Deutsche und war Hausfrau.

Welsche sind eure ersten Erinnerungen von Deutschland?                                                                                                                                      

Ramona: Grün! Ganz viel grüner als Italien. An den Kindergarten erinnere ich mich nicht so gut, vielleicht weil ich dort nicht so viel Spaß hatte, aber ich hatte auch kein großes Problem mit den anderen Kindern. Wir nahmen auch an Treffen einer Jungschar teil. Die Atmosphäre war gut, obwohl wir in einem kleinen konservativen Dorf wohnten. Man musste nur auf den Tratsch und Klatsch aufpassen.

Tania: Ich erinnere mich an unsere Erzieher: sie behandelten uns  „anders“, während wir mit den anderen Kindern kein Problem hatten.

Ramona: Ach so, ja. Jetzt wenn ich  überlege, stimmt es. Man konnte den Unterschied spüren. Wir konnten nicht so gut wie die anderen Deutsch reden, unserer Erzieherin nach. Aber die schlimmste Phase war als wir 11-12 Jahre waren, in den ersten Jahren der Gesamtschule. Unsere Mitschüler haben uns das Gefühl gegeben, dass wir einfach nicht dazu gehörten.

Tania: Es gab unangenehme Episoden: am Anfang wurden wir „Spaghettifresser“ oder „Itaker“ von ihnen genannt. Aber die Lehrer waren super nett und haben uns immer geholfen.

Und dann?                                                                                                                           

R und T: Und dann hat unsere Mutter mit dem Direktor gesprochen und die Situation war geklärt. Ehrlich gesagt war das keine echte Diskriminierung, nur kindliche Dummheit. Wir hatten eine gute Zeit mit allen danach.

Was habt ihr nach der Gesamtschule gemacht?                                                                                               

R und T:  Wir sind zur Berufsschule gegangen und haben danach eine Ausbildung gemacht.

Ramona: Ich habe als Zahnarzthelferin meine Ausbildung gemacht.

Tania: Ich habe Tischlerin gelernt und danach viele verschiedene Berufserfahrungen gesammelt.

Wie seid ihr in Köln „gelandet“?

Ramona: Als ich 18 war, hatte ich Wanderlust und wollte in einer großen Stadt leben. Ich war „satt“ von dem kleinen Dorf und Köln war in der Nähe. Das war eine meiner besten Entscheidungen: damals habe ich in Köln eine offene Mentalität gefunden. Die Stadt schien mir riesig aber auch familiär, mit vielen Möglichkeiten. Man konnte machen, was man wirklich wollte. Mein erstes Jahr war abenteuerlich. Als ich mir die Miete nicht mehr leisten konnte, wurde die „Piccoloministraße“ mein Zuhause und ich übernachtete und duschte mich in der Praxis, wo ich die Ausbildung machte.

Und du, Tania? Hattest du deine liebe Zwillingsschwester verlassen?

Tania: Ne, obwohl ich noch mit unseren Eltern wohnte, bin ich jede Woche nach Köln gependelt, um Ramona zu besuchen. Als ich fertig mit meiner Ausbildung war, bin ich nach Köln umgezogen und habemit ihr gelebt. Wir haben zusammen eine Wohnung in Euskirchen gemietet, wir konnten uns noch keine in der Stadt leisten. Ich arbeitete bei einer Tischlerei und sie half mir.

Ramona: Die arme Tania arbeitete für beide. Das war eine komplizierte Zeit für mich: ich hatte  meinen Job gekündigt und war dann drei Monate in Afrika.

Tania: In der Zwischenzeit war ich nach Trier wegen einer neuen Arbeitsstelle umgezogen. Das war von 2008 bis 2011. Ramona hat mich erreicht, als sie zurück aus Afrika kam und wir haben auch dort zusammen gewohnt. Aber wir wollten nach Köln. Trier war ein Durchlauf, eine Stadt voll von Studenten. In Köln war es einfacher, Leute kennen zu lernen, und auch sie zu vergessen. In Trier hatten wir wenige aber gute Freunde.

Was ist Köln für euch heute?

R und T: Unser Zuhause.

Ramona: Köln ist wie der Film „Four Rooms“ von Quentin Tarantino. Eine vielseitige Mischung: brutal und witzig, schmutzig und lieb, mit einer stratifizierten Gesellschaft, Alkoholiker und Schickimicki sind beide echte Kölner! Berlin ist zu hart, aggressiv, extrem künstlerisch, affektiert im Vergleich zu Köln.

Tania: Genauso. Eine Komikerin hat einmal gesagt: “Wenn man den Kölner Dom sieht, macht sein Herz ein Hupft!“. Und wir stimmen dem zu. Jedes Mal wenn wir von der Autobahn den Dom sehen, freuen wir uns. Ich habe natürlich andere deutsche Städte besucht, aber zum Beispiel München und Düsseldorf sind meiner Meinung nach zu glatt und spießbürgerlich. In Köln atmet man eine internationale Luft und fühlt sich wohl.

Wie würdet ihr euch bezeichnen? Deutscher oder italienischer Pass?

Tania: Ich bin Deutsche. Ich liebe die Pünktlichkeit, die Regeln und die deutsche Haltung zur Arbeit. Deutschland ist für mich das Gedicht „Reiter mit dem Kind“ von Goethe, das ich in der Schule auswendig lernen musste. Altmodisch und diszipliniert, „schnell und gut tun“, „präzise sein“. Italien ist meiner Meinung nach lockerer, einfacher und „fauler“. Das kann das klassische Cliché sein, trotzdem ist es für mich spürbar, wenn ich in Italien bin, dass die italienische Frau noch nicht so gut emanzipiert wie die deutsche ist. In Deutschland bleiben die Mütter nicht die ganze Zeit zu Hause mit den Kindern, sie arbeiten und haben mehr Freiheit. Bei der letzten EM habe ich mich gefreut, dass wir endlich Italien besiegt haben. Der Fluch ist vorbei!

Ramona: Fußball ist mir eigentlich egal, aber ich war nicht froh. Ich hätte mir gewünscht, dass Italien auf jeden Fall weitergekommen wäre. Für mich ist nicht so deutlich klar, was ich bin. Ich fühle mich mehr in Richtung Italien orientiert, aber bin auch Deutsche. Italien bedeutet für mich, das Leben genießen zu wissen: „Wein trinken“, “gutes Essen“, „heute ist wichtig, nicht morgen“. Und das ist auch meine Lebensphilosophie. In Italien leben die Leute länger und gesünder, weil sie im Kopf entspannt sind.

R und T: Wir haben den deutschen und den italienischen Pass, aber der italienische ist jetzt abgelaufen und wir hatten keinen Bock, nach Düsseldorf zu fahren

Wieso Düsseldorf?!

Seit das italienische Konsulat nicht mehr in Köln ist, muss man nach Düsseldorf, oder? (Anm. d. R. Das italienische Konsulat ist noch in der Universitätsstraße 81 in Köln).

Eure zukünftigen Pläne?

R und T: Wir wohnen jetzt getrennt, wir hatten kurz überlegt, uns ein Haus zu kaufen und eine WG zusammen mit unserer kleine Schwester zu gründen. Aber wir haben uns doch dagegen entschieden. Jeder hat sein eigenes Heim und das ist auch gut so.

Ramona: Ansonsten habe ich kein festes Ziel. Ich bin eine „Vagabundin“ kann mir alles und nichts vorstellen. Es bleibt auf jeden Fall spannend wo ich mal landen werde.

Tania: Ich möchte viel reisen und Kulturen erfahren.

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Ramona und Tania, 37 anni, manger presso studio dentistico, impiegata nel settore finaziario

Da dove venite?                                                                                                                                                 

R e T: Siamo nate a Wipperfürth, Bergisches Land, NRW ma siamo cresciute a Kierspe.Nostro padre era venuto in Germania negli anni 70. Alla ricerca di lavoro, come tanti altri di quell’ondata migratoria. Ha lavorato per 40 anni in una fabbrica che produce lampade. Nostra madre é tedesca ed era casalinga.

Qualche ricordo della Germania da piccole?                                                                                                                                      

Ramona: Verde! Molto verde paragonata all‘Italia. Del periodo dell’asilo non ho molti ricordi, forse perche’ non mi sono divertita molto.Non ricordo problemi con i miei compagni. Facevamo parte di un gruppo parrocchiale, ci si divertiva anche se, vivevamo in piccolo paese e si doveva fare sempre attenzione ai pettegolezzi.

Tania: Io mi ricordo, le maestre ci trattavano come „diversi” con i bambini invece nessun problema.

Ramona: Si é vero ora ricordo anche io. Si sentiva davvero la differenza di trattamento. Non parlavamo il tedesco bene come gli altri bambini. Ma il periodo piu’brutto è stato all’inizio della Gesamtschule. Avevamo circa 11 anni. I nostri compagni ci facevano sentire diversi.

Tania: Ci sono stati anche episodi davvero poco piacevoli. Ci chiamavano „Spaghettifresser“ o „Itaker“ .Almeno peró stavolta le insegnati erano gentili e ci aiutavano.

E poi come e‘ andata?                                                                                                                           

R e T: Nostra madre si e‘ lamentata pesantemente con il direttore e la cosa e‘ finita subito. Ma sinceramente piú che discriminazione era solo la „cattiveria“ dei bambini. Molti dei compagni di allora sono gli amici di oggi.

Dopo la Gesamtschule?                                                                                               

R e T: Abbiamo frequentato la Berufsschule e fatto l’ Ausbildung.

Ramona: Io sono diventata assistente per studio dentistico

Tania: Io ho studiato per fare il falegname ma poi ho fatto anche tantissimi altri lavori.

Cosa vi ha portato a Colonia?

Ramona: A 18 anni avevo voglia di muovermi di vivere in una grande citta‘. Ne avevo le scatole piene del piccolo paesino e Colonia era la citta’ piu’ vicina. Scelta migliore non potevo fare. Trovai quello che cercavo, una mentalita’ aperta. La citta‘ mi sembrava enorme ma accogliente, piena di opportunita’. Libera di poter fare quello che volevo. Il mio primo anno e‘ stato abbastanza avventuroso. Non potevo permettermi un affitto e cosi di giorno vivevo nella „Piccoloministraße“ e di notte nello studio dove facevo l‘ apprendistato

E tu, Tania? Hai abbandonato la tua gemella?

Tania: Mai, nostante vivessi con i mei ogni settimana andavo a trovare Ramona. Finito il mio Ausbildung mi sono trasferita anche io ed abbiamo vissuto assieme. Abbiamo affittato un appartamento a Euskirchen. Colonia era ancora troppo cara per noi. Io lavoravo come falegname e Ramona diciamo che mi aiutava con le sue entrate..

Ramona: Povera Tania lavorava per tutte e due. Era un periodo particolare per me, mi licenziai e me ne sono andata 3 mesi in Africa.

Tania: Nel frattempo io mi trasferivo per lavoro a Trier. Dal 2008 al 2011. Ramona mi raggiunse al suo rientro dall’Africa Ma entrambe volevamo tornare a Colonia. Tier non ci soddisfava. Ci mancava quella sua „superficialita“‘ tipica. Intendo Tier e‘ un piccolo posto crei legami stretti, duraturi, mentre a Colonia magari conosci gente solo per un giorno che poi dimentichi ecco..

Cosa rappresenta Colonia oggi per voi?

R und T: Casa nostra.

Ramona: Colonia mi ricporda il film „Four Rooms“ di Quentin Tarantino. Un miscuglio di brutalita’ed leggerezza, sporcizia ed amore. Trasversale. Alcolizzati e Snob. Questa e‘ Colonia! Berlino al confronto  e‘ dura artefatta aggressiva.

Tania: Propio cosí, un’ attrice ha detto : “quando vede il Duomo, il suo cuore si apre!“. Confermiamo in toto. Ogni volta che rientriamo a Colonia é propio cosí.Conosco molte altre cittá ma per esempio Berlino o Monaco sono piatte. Qua c’é un aria internazionale.

Come vi definite? Passaporto tedesco o italiano?

Tania: Io sono Tedesca, amo la puntualitá, le regole, l’attitudine al lavoro. La Germania per me é la poesia  „Reiter mit dem Kind“ di Goethe, che ho dovuto imparare a memoria. All’antica e disciplinata, „schnell und gut tun“, „präzis sein“. Italia per me significa rilassatezza, facilita‘ „pigrizia“. Cliché , peró mi sembra cosí. Quando vado in Italia ho ancora l’impressione che le donne non siano cosi emancipate come da noi, mi sembrano ancora „ vittime“ di vecchi ruoli. Sono stata contenta qualche settimana fa, per l’ europeo di calcio, quando finalmente siamo riusciti a sconfiggere la malasorte e siamo riusciti a battere gli italiani!

Ramona: A me in realtá del calcio non importa granché ma mi sarebbe piaciuto che l’Italia andasse avanti. Per me è abbastanza chiaro cosa sono. Mi sento piu Italiana. Essere italiana significa sapersi godere la vita „Wein trinken“, “gutes Essen“, „heute ist wichtig, nicht morgen“. Questa e‘ anche la mia filosofia. In Italia le persone vivono meglio e a lungo perche‘ hanno la testa serena, rilassata.

R e T: Abbiamo la doppia cittadinaza e tutte e due i passaporti, ma quello italiano é scaduto e non abbiamo voglia di andare a Düsseldorf.

Düsseldorf?!

Da quando il consolato a Colonia ha chiuso si deve andare a Düsseldorf, o no? (ndr. Il Consolato Italiano si trova ancora a Colonia Universitätsstraße 81 ).

Piani per il futuro?

R eT: Avevamo pensato di comprare una casa e tornare a vivere assieme e con noi nostra sorella piú piccola, ma alla fine abbiamo deciso che forse é meglio che ognuno abbia il suo mondo ed é meglio cosí.

Ramona: Non faccio mai piani sono una “vagabonda”.

Tania: Mi piacerebbe viaggiare e consocere il mondo e le sue culture.

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