Yes We Can’t. Die „beste Band, die ihr noch nie gehört habt“.

Um zu erklären, was EelST (Kurzform für Elio e le Storie Tese = Elio und die spannenden Geschichten) ist, müssen wir uns vorstellen, was das Wort „viral“, das heutzutage so oft gebraucht wird, 1980 bedeutet hätte, als die Band ihre musikalische Karriere begann. In den Achtzigern waren nicht nur Social Media, „Likes“ und „Shares“ noch Jahre entfernt, auch die populäre Musikszene durchlebte in Italien und außerhalb eine große Wende: Punk hatte etabliert, dass nichts mehr „heilig“ war. Eine Rockband hatte zwei Möglichkeiten: Den Glanz des Erfolges um jeden Preis ergreifen (dabei nicht nur gut aussehen, sondern so gut aussehen, wie die 80er es verlangten) oder „alternativ“ sein, was eine seriöse und für die Zeit überhebliche Haltung mit sich brachte. Gehört Humor zur Musik? Das fragte sich Frank Zappa in seinem gleichnamigen Album „Does Humor Belong to Music?“. Nicht unbedingt, wenn man eine Rockband ist.

Um es noch komplizierter zu machen, passen EelST nirgendwo rein: Es war von Anfang an klar, dass sie ihre Instrumente spielen konnten und dass sie auch Spaß daran hatten. Es war offensichtlich, dass sie Rockmusik mochten und das, obwohl sie keine Möglichkeit ausließen, sich durch scharfen Humor darüber lustig zu machen. Ihr Aussehen war eindeutig nicht das einer Poster-Band: Ungeachtet ihres einzigartigen und faszinierenden Aussehens hatten alle ein so unterschiedliches Erscheinungsbild. Außerdem hatten sie keine Eile, einen Plattenvertrag zu unterschreiben: Acht Jahre lang lehnten sie jedes Angebot ab, weil einfach keines das richtige war. Und gerade in dieser Zeit war alles, was eine Band wollte, den einen Plattenvertrag zu bekommen. Das war der einzige Weg, wie man 1980 in der Welt der „Idole“ existieren konnte.

Neben den „offensichtlichen“ und den „protzigen Bands“ wurden EelST ein einzigartiges Beispiel eines viralen Phänomens. Tausende Kassetten wurden kopiert und von Fans verbreitet. Ihre Shows lockten so viele Besucher, dass sie auch ganze Arenen hätten füllen können, und die Fans sangen all die Texte mit, die die Musik parodierten, die sie eigentlich so liebten. Neben den Fans hatten sich auch die coolsten Komiker, Schauspieler und Musiker-Kollegen dem EelST-Kult angeschlossen. Dabei war es völlig egal, dass die Mainstream-Medien nicht vor Ort waren – die Fans verstanden die Botschaft von EelST und das war alles, was zählte.

Eine Band, die zu der Zeit scharf und zynisch wie die Sex Pistols war und wie Genesis spielen konnte, mit unsinnigen Witzen, um ihre Sicht auf Musik, Erfolg und das Leben auszudrücken.

Das erste Album „Elio Samaga Hukapan Kariyana Turu“ (offensichtlich ein zypriotischer Titel) wurde 1989 veröffentlicht. Über 200.000 Exemplare wurden verkauft und das Album mit Gold ausgezeichnet. Dies war umso bedeutender, da EelST von keinem offiziellen Medium unterstützt wurden. Die mediale Zurückhaltung entwickelte sich schnell zu Bewunderung eines Projektes, das sich nicht an konventionelle Marktregeln hielt, sondern stattdessen eine neue, kreative Sprache schaffte.

In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichten EelST weiterhin Alben, wann sie es für richtig hielten und erreichten so immer wieder aufs Neue Goldstatus. Sie waren einer der ersten Bands, die eine CD ihrer Live-Show bereits wenige Minuten nach Ende des Konzertes verkaufte. Nicht nur hier waren sie Vorreiter, sie moderierten außerdem TV-Shows und blieben eine Art Referenz für jede Rockband Italiens.

Ihr enormes kreatives und musikalisches Talent resultierte bislang in zehn Studioalben, die allesamt in Italien ein Charterfolg wurden, sechs Live-Alben sowie etliche Compilations, Singles und Kollaborationen für erfolgreiche Filme, TV- und Radio-Shows.

Bei all dem Erfolg fragt man sich, wieso EelST bisher nicht auch international Bekanntheit erlangt haben. Während es hierfür mehrere Gründe geben könnte, ist einer davon wohl der große Erfolg in Italien und die italienischen Songtexte selbst. Sicherlich waren die Texte ein Mittel, um mit ihrem eher intellektuellen und komplexen Musikkonzept ein großes Publikum anzusprechen, haben aber gleichzeitig auch den Drang nach einem internationalen Leben zurückgeschraubt. Durch den Erfolg in ihrem Heimatland, wie es bei vielen Bands aus aller Welt so ist, waren EelST durchgehend mit ihrer Musik, Theater, Radio- und TV-Shows beschäftigt, was ihnen nicht viel Zeit gab, eine internationale Karriere anzustreben.

Was ist das für eine Band, die die Welt bisher verpasst hat? Die zweistündige Zusammenstellung ihrer schönsten Momente wird eine Offenbarung für jeden sein, der Musik mag, die überrascht und die vom Offensichtlichen abweicht. EelST spielen mit ihrer Musik, wie es ein Kind tun würde, das einen Tag alleine in einem Spielzeuggeschäft verbringen darf. Oder man stellt sich vor, wie eine Punk Band aus den Mitgliedern von Monty Python klingen würde, wenn sie plötzlich mit den Fähigkeiten von King Crimson spielen könnten. Müsste man wirklich die Texte verstehen, um Freude an der Musik zu haben?

EelST, da sind wir uns sicher, werden eine andere Sicht auf das Ganze und auf den Grund haben, der es ihnen erst jetzt, fast 40 Jahre nach Beginn ihrer Karriere, ermöglicht, durch Europa zu touren und ein Album auch international zu veröffentlichen…

Zum allerersten Mal präsentieren EelST im März 2017 ihre einzigartigen Live-Shows auch außerhalb Italiens – mit Tour-Stopps in Ungarn, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien und der Schweiz. Im Zuge dieser großartigen Events freut sich earMUSIC, auch die Veröffentlichung der Doppel-CD „Yes We Can’t“ mit 26 handverlesenen Songs bekannt zu geben. Das Album erscheint am 3. März 2017. Mit dabei ist unter anderem eine musikalische Zusammenarbeit mit dem fünffachen Grammy-Gewinner James Taylor sowie Frank Zappas Gitarrist Ike Willis. Quelle Musicmatters.

Elio e le storie tese, most sensual italian band – European Tour 04.03.2017  D-Köln, Essigfabrik

www.elioelestorietese.it
www.facebook.com/elioelestorietese

 

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